Das Projekt BikeDetect intensiviert seine Vorbereitungen für den Einsatz des Messsystems im realen Straßenverkehr. Im Rahmen einer neuerlichen Vorstudie wurden nun neue potentiell relevante Szenarien in einem angepassten Forschungsdesign erprobt. Der zweite Test der ausgewählten Sensoren zur Detektion von Radfahrenden im Freien, der erneut auf dem Parkplatz am iotec Firmengelände in Osnabrück stattfand, umfasste insgesamt acht unterschiedliche Szenarien. Anhand der Ergebnisse sind weitere Erkenntnisse zum Einsatzpotential der verschiedenen Sensoren sowie möglichen Herausforderungen bei der Datenauswertung zu erwarten.
Für eine zuverlässige Aufnahme der Daten und die folgende Auswertung, die u.a. mittels Object Detection Modellen aus dem Bereich der Künstlichen Intelligenz erfolgt, ergeben sich unterschiedliche Fragestellungen. Fahrradtypen unterscheiden sich z.T. stark. Zudem können Radfahrende durch andere Verkehrsteilnehmende verdeckt sein. In diesem Kontext wurden im Rahmen des Tests mehrere neue Anwendungsszenarien mit dem BikeDetect-Sensorsystem erprobt. Dazu zählen u.a. die Berücksichtigung verschiedener Fahrradtypen (Lastenrad, Faltrad) und E-Scootern, wie in Abbildung 1 exemplarisch gezeigt.

Das Fahren nebeneinander bzw. in entgegengesetzter Fahrtrichtung war ebenfalls Bestandteil der Studie (Abbildung 2). Es ist zu untersuchen, ob und bis zu welchem Grad die Detektion von vulnerablen Verkehrsteilnehmenden noch möglich ist, wenn diese durch andere Personen oder sonstige Objekte verdeckt sind. In diesem Kontext wurden auch einzelne Fahrräder in Reichweite der Kamera aufgestellt, wie in Abbildung 1 dargestellt. Das Auftreten zusätzlicher Objekte, die auch beim Einsatz des Sensorsystems im Straßenverkehr zu erwarten sind, kann eine mögliche Herausforderung bei der korrekten Detektion von Radfahrenden darstellen. Die frühzeitige Berücksichtigung dieser Spezialfälle soll einen positiven Beitrag zur weiteren Verbesserung der Modelle leisten.

Die Sensoren wurden zudem in unterschiedlichen Positionierungen zur Sonne platziert. Im Vergleich zur ersten BikeDetect Studie, die bei strahlendem Sonnenschein zur Aufnahme initialer Sensordaten stattfand, war der Himmel in Osnabrück dieses Mal wechselnd bewölkt. Zwischenzeitig musste die Studie aufgrund eines Regenschauers sogar unterbrochen werden, da das Sensorsystem im aktuellen Entwicklungszustand noch keinen ausreichenden Feuchtigkeitsschutz bietet. Das Projekt konnte im Rahmen der Studie unter diesen äußeren Gegebenheiten heterogene Daten hinsichtlich der Lichtverhältnisse aufnehmen, was u.a. für die Daten des Thermalsensors oder der 3D Kamera relevant sein könnte. Die Durchführung der Studie, bei der insgesamt sieben verschiedene Sensoren zum Einsatz kamen (Abbildung 3), wurde kombiniert mit einem Besuch bei der iotec GmbH, die als Spezialist im Bereich diverser Sensorlösungen u.a. über ein Labor sowie eine Werkstatt zur Montage von unterschiedlichen Sensoren verfügt.

Die Ergebnisse der Studie bilden die theoretische Grundlage für den demnächst geplanten Einsatz des Sensorsystems im realen Straßenverkehr. Die Realisierung des Feldtests im Innenstadtverkehr von Osnabrück ist nach derzeitigem Stand für die letzte Septemberwoche anvisiert. Um interessierte Bürgerinnen und Bürger vorab zu informieren, ist im Vorfeld der Praxisstudie ein Auftritt bei der Digitalen Woche Osnabrück geplant. Weitere Details zum Feldtest werden in Kürze auf der offiziellen Projektseite bekannt gegeben.

